Industrie 4.0: Die Herausforderungen der Digitalisierung

Der digitale Wandel lässt sich nicht mehr aufhalten – und läuft doch nicht von alleine. Dementsprechend müssen Unternehmen handeln, um die digitale Transformation in ihrer Firma erfolgreich zu meistern. Nur so können sie auch langfristig von den positiven Effekten der Digitalisierung profitieren. 

Inhalte im Überblick

Die digitale Transformation im Überblick

Unsere Arbeitswelt verändert sich ständig. Zu den wichtigsten Prozessen derzeit gehören die Globalisierung, die demographische Entwicklung – und auch die Digitalisierung. 

Vor allem soll die Digitalisierung die Wertschöpfungsketten von Unternehmen verkürzen und Geschäftsprozesse verbessern. Eine steigende Automatisierung, intelligente Software-Tools und Analyse-Tools prägen eine neue Arbeitswelt: Die Industrie 4.0. 

Die wichtigsten Ergebnisse der Digitalisierung:

  • Arbeit verändert sich

  • Ein starker Anpassungsdruck entsteht

  • Qualifikations- und Kompetenzanforderungen werden angehoben

  • Weiterbildungen werden noch wichtiger

Chancen der Digitalisierung

  • Gesteigerte Produktivität: Die Digitalisierung im Beruf sorgt dafür, dass Mitarbeiter noch effektiver und produktiver arbeiten können – und mehr Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben bleibt. 

  • Neue Produkte und Dienstleistungen: Durch die erfolgreiche Digitalisierung der Arbeit können Unternehmen neue Absatzfelder erschließen, neue Zielgruppen gewinnen und neue Produkte auf den Markt bringen. 

  • Transparente Prozesse: Steuerungsabläufe und Prozessabläufe können dank der Digitalisierung noch transparenter und offener dargestellt werden. 

  • Prozesse vereinfachen: Je vernetzter die Arbeitswelt, desto einfacher wird auch der Ablauf verschiedener Prozesse. 

  • Mehr Flexibilität: Homeoffice und Remote Work – digitalisierte Arbeitsplätze erlauben mehr Flexibilität für Mitarbeiter – und sorgen für mehr Zufriedenheit. 

  • Interessantere Aufgaben: Werden einfache und repetitive Aufgaben automatisiert, bleibt mehr Raum für die kreativen, komplexen Probleme. Das Ergebnis: Interessantere, herausforderndere Arbeitsprozesse.

Automatisierung und Jobsicherheit

Laut einer Studie aus den USA arbeiten etwa 47% der US-Amerikaner derzeit in einem Beruf, der zukünftig automatisiert werden kann. (Frey und Osborne, 2013) Auch in Deutschland sind die Entwicklungen ähnlich. Doch heißt das wirklich, dass bald jeder Zweite seinen Job an Maschinen verliert?

Vermutlich nicht. Denn nicht jeder Aufgabenbereich eines Berufs ist auch zuverlässig automatisierbar. Vielmehr kann die Maschine nur bestimmte Aufgaben übernehmen. 

Ob ein Beruf also wirklich komplett automatisiert werden kann, hängt von der Wichtigkeit der Aufgaben ab, die die Maschine übernehmen kann. 

Eine Analyse des Automatisierungspotentials in Deutschland (Bonin, Gregory und Zierahn, 2015) kommt mit diesem Ansatz rechnerisch lediglich auf 12% der Berufe, die komplett automatisiert werden können. 

Und sogar diese Zahl spiegelt lediglich das Automatisierungspotential wieder – und die werden oft überschätzt oder finden gar keinen Einzug in Unternehmen. Ein großer Anstieg der Arbeitslosigkeit durch die Digitalisierung ist also nicht zu erwarten.

Wie verändert sich Arbeit zukünftig?

Aktuelle Studien verzeichnen also zwar keinen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit, dafür aber eine deutliche Veränderung im Arbeitsbereich selbst. 

Körperlich stark anspruchsvolle Tätigkeiten  werden weniger, dafür steigen die geistigen Herausforderungen – Arbeit wird vielfältiger und komplexer. Gefragt sind zukünftig vor allem fachübergreifendes und interdisziplinäres Know-How, sowie soziale Kompetenzen und Kreativität.

Diese Entwicklung bringt gleichzeitig eine höhere mentale Belastung mit sich, weil viele Aufgaben gleichzeitig erledigt werden müssen. 

Herausforderungen der Digitalisierung

Wer sein Unternehmen digitalisieren möchte, wird mit vielen verschiedenen Wegen und Ansätzen konfrontiert. Am wichtigsten ist aber: Nicht in blinden Aktionismus verfallen, sondern Maßnahmen und Tools mit Weitsicht und in Absprache mit allen Beteiligten auswählen. 

Datenschutz und Cybersecurity

In jedem Unternehmen spielen sensible Kundendaten eine Rolle. Umso wichtiger ist es, dass diese Daten ausreichend vor Datenklau und Cyberangriffen geschützt sind. 

Klappt das nicht, verstößt das Unternehmen nicht nur gegen die jeweiligen Datenschutzrichtlinien – empfindliche Geldstrafen können die Folge sein, ganz zu Schweigen vom verlorenen Vertrauen der Kunden.

Mit zunehmender Digitalisierung sollten Sie deshalb auch in ausreichende Cyberschutzmaßnahmen investieren und entsprechende Vorschriften im Umgang mit sensiblen Daten etablieren. Auch Schulungsprogramme für Ihre Mitarbeiter sind hier nicht selten entscheidend, wenn es um das Vermeiden von Datenlecks geht. 

Aus- und Weiterbildung

Mitarbeiter sind der wichtigste Faktor der Digitalisierung. Denn nur, wenn Ihre Angestellten einerseits den Wandel mittragen MÖCHTEN, andererseits aber auch entsprechend ausgebildet sind, kann die digitale Transformation überhaupt gelingen. 

Leider hält sich noch immer der Glaube, dass neue Systeme sich ganz automatisch im Unternehmen etablieren, sobald sie erstmal zur Verfügung stehen. Das ist falsch. Was es braucht, sind aktive Maßnahmen, die die Teammitglieder in den Wandel mit einbinden und ihnen die nötigen Instrumente in die Hand geben. 

Wichtige Digitalkompetenzen und Fachkenntnisse lassen sich dabei gut im Rahmen von Weiterbildungen vermitteln. So können Mitarbeiter im Umgang mit neuen Softwares, Tools und Prozessen geschult werden – und so den wichtigsten Schritt in Richtung Digitalisierung gehen. 

Umstrukturierung der Arbeit

Vor allem dank der Automatisierung werden Arbeitsabläufe immer effizienter. Trotzdem braucht auch diese Umstrukturierung der Arbeit Zeit und Anleitung. 

Die Arbeit der betroffenen Mitarbeiter verändert sich und eröffnet neue Aufgabenfelder, während alte wegfallen. Das sorgt beim einen oder anderen für Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz oder schlichtweg Frust. 

Die Aufgabe der Führungskraft ist es jetzt, Sicherheit zu geben und den Wandel zu begleiten.

IT-Systeme weiterentwickeln und einsetzen

Bereits bestehende Systeme müssen im Rahmen der Digitalisierung entweder weiterentwickelt oder bei Bedarf vollständig ersetzt werden. Vor allem Content-Management-Systeme werden jetzt zu den entscheidenden Schnittstellen.

Schon vorhandene Datenbanken und Systeme können dann direkt an das CMS angebunden werden. Eventuell müssen auch bisher physisch verwendete Dokumente digitalisiert werden – und Möglichkeiten für die digitale Erstellung neuer Dokumente gefunden werden. 

Interne Konflikte und Widerstand 

Vor allem alteingesessene Unternehmen sind oft träge. Der Wandel der Digitalisierung stößt da nicht selten auf Widerstand innerhalb der Belegschaft. 

Hinter dieser Ablehnung steckt oft die Angst vor Veränderung – oder schlichtweg die Zufriedenheit mit dem Ist-Zustand. Führungskräfte müssen ihren Mitarbeiter diese Unsicherheit nehmen – und die Chancen dieser Veränderung in den Vordergrund stellen.

Damit das klappt, braucht es einen offenen und transparenten Dialog. Mitarbeiter müssen eingebunden werden und im Umgang mit den neuen Technologien geschult werden. 

Integration von bestehenden Systemen

In fast jedem Unternehmen müssen auch die bereits verwendeten Altsysteme in die neue Technologie integriert werden – eine der größten Hürden für eine nahtlose Digitalisierung.

Das Problem: Älteren Systemen fehlt oft die nötige Flexibilität, um sich an die neuen Systeme anzupassen. Gleichzeitig ist es selten möglich, das alte System sofort abzuschaffen.

Damit die Integration trotzdem möglichst reibungslos ablaufen kann, sollten Sie drei Punkte beachten:

  1. Machen Sie sich die Stärken und Schwächen des Altsystems bewusst.

  2. Wählen Sie die neuen Systeme so aus, das sie optimal zum Altsystem passen.

  3. Entwerfen Sie eine möglichst detaillierte Integrationsstrategie. 

Flexibilität und schnelle Umsetzung

Unsere Welt verändert sich nahezu täglich. Um in diesem Wandel auch weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen flexibel und agil reagieren. 

Schwer machen das starre Hierarchien, langwierige Entscheidungsprozesse und Widerstand gegen Veränderungen. 

Ein erster Schritt Richtung mehr Flexibilität: Geben Sie Ihren Teams die Möglichkeit, vor allem kleinere Entscheidungen schnell und selbstständig zu treffen. Das erhöht nicht nur die Motivation, sondern schafft Raum für mehr Innovation und Effizienz. 

Hohe Investitionskosten

Eine weitere sehr große Herausforderung: Die teils enorm hohen Investitionskosten, wenn es um das Einführen neuer, moderner Systeme geht. 

Unternehmen müssen ein Gleichgewicht halten zwischen Notwendigkeit einer Investition und klarer Rendite. 

Um das bestmöglich zu gewährleisten, können Leistungsindikatoren und die regelmäßige Auswertung der getroffenen Maßnahmen helfen. So können Sie die Leistungsrendite der Strategien überprüfen und wenn nötig Anpassungen vornehmen. 

Digitalstrategie entwickeln

Ziel vieler Unternehmen ist vor allem die Effizienzsteigerung mit der Digitalisierung. Und auch, wenn das ein wertvolles Ziel ist, lohnt sich doch ein weitläufiger Blick.

Denn nicht nur die Prozessoptimierung ist ein Bestandteil einer erfolgreichen Digitalisierung.

Zu den weiteren Handlungsfeldern der Digitalisierung gehören:

  • Interne Prozesse: Effizienz steigern 

  • Digitale Services: Kunden begeistern

  • Marketing & Vertrieb: Einheitliche Ansprache und Akquise schaffen

  • Digitale Produkte: Wachstum generieren

Organisation und Abläufe anpassen

Gerade alteingesessene Unternehmen tun sich schwer, Geschäftsprozesse und Abläufe zu verändern. Dabei ist das im Rahmen der Digitalisierung nicht selten unerlässlich – denn im Laufe des Transformationsprozesses werden immer wieder neue Methoden nötig werden.

Um diese Methoden zu entwickeln, spielen Design Thinking, Test and Learn und Lean Startup eine große Rolle. 

Auch, wenn sich der Erfolg neuer Abläufe kaum bis gar nicht vorhersagen lässt: Digitalisierung braucht Mut.

Change Management 

Erfolgreiche Veränderungen stehen und fallen mit einem guten Change Management. Kunden, Mitarbeiter und Stakeholder sollen und wollen allesamt in den Wandel in der Firma mit einbezogen werden. 

Die Aufgabe der Führungskräfte es ist es deshalb, die Veränderung zu begleiten, zu motivieren und Mut zu machen. Denn nur, wenn die neuen Systeme auch wirklich positive Auswirkungen auf Kunden und Unternehmen haben, ist der „Change“ auch erfolgreich abgeschlossen. 

Agiles Management

Unsere Welt ist eine VUCA-Welt (Volatil, ungewiss, komplex und ambig) – starre Führung hat hier keinen Platz mehr. Stattdessen sind agile Führungskräfte gefragt, die Vorhaben nicht end-to-end planen wollen und flexibel auf Änderungen eingehen können. 

Erste Schritte zum agilen Management sind beispielsweise:

  • Priorisieren der strategischen Initiativen

  • Budgets auf Initiativen anstatt auf Abteilungen verteilen

  • Keine „fertigen“ Ergebnisse erwarten

Unternehmenskommunikation anpassen

Mit steigender Digitalisierung verändert sich auch der Anspruch an die Unternehmenskommunikation. Hochwertige Inhalte, ansprechendes Design und bestmöglicher Service sind heute unverzichtbar.

Der Onlineauftritt muss also unbedingt gepflegt werden, um den bereits vernetzten Kunden das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Je mehr digitale Berührungspunkte das Unternehmen zum Kunden findet, desto besser. 

Es gilt also, den digitalen Auftritt des Unternehmens auszubauen und zu pflegen – Online ist heutzutage der wichtigste Kommunikationskanal.

Ansprechpartner für den digitalen Wandel

Der digitale Wandel durchzieht meist nicht nur einen Unternehmensbereich. Vielmehr betrifft er viele verschiedene Abteilungen. Auch deshalb ist es wichtig, dass ein zentraler Ansprechpartner für alle Mitarbeiter erreichbar ist. 

Er muss über die entsprechenden Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Koordinierung verfügen – und sowohl Durchsetzungs- als auch Einfühlungsvermögen mitbringen. 

Gleichzeitig braucht er die Befähigung, Entscheidungen schnell und unkompliziert durchzusetzen.

Tipps für die Umsetzung der digitalen Transformation

Ist-Zustand identifizieren:

  • Wie steht es um die internen Prozesse im Unternehmen?

  • Wie sieht die aktuelle technische Infrastruktur aus?

  • Welche Abläufe im Unternehmen sind entscheidend ?

  • Wer soll für die Umsetzung verantwortlich sein

Ziele festlegen:

  • Welches Ziel soll verfolgt werden und warum?

  • Welche Unternehmensbereiche und Prozesse sind davon betroffen?

  • Welche Schnittstellen und Stakeholder müssen berücksichtigt werden?

  • Welche Normen müssen berücksichtigt werden?

Ressourcen prüfen:

  • Technische Infrastruktur

  • Know-How

  • Finanzielle Mittel

Erste Maßnahmen planen und schrittweise etablieren

Helfen kann außerdem, Mitarbeitern eine Intrapreneurship zu ermöglichen, also Teammitglieder zu unterstützen, die besonders unternehmerisch denken und so die Firma nach vorne bringen wollen.

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