Führung 4.0: Die moderne Führungskraft in unserer Arbeitswelt

Die moderne Arbeitswelt ändert sich praktisch jeden Tag –  und bringt viele neue Herausforderungen mit sich. Führungskräfte müssen sich stetig darauf einstellen, wenn sie auch weiterhin erfolgreich führen wollen. Die Lösung: Führung 4.0.

Inhalte im Überblick

Was bedeutet Führung 4.0? 

Unsere Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Alte Geschäftsmodelle haben ausgedient – die logische Konsequenz: Auch alte Führungsstile sind heute kein Erfolgsmodell mehr. 

Führung 4.0 soll bisherige Führungsmethoden hinterfragen und passend zur neuen Arbeitswelt weiterentwickeln. Das Ziel: Ein Arbeitsumfeld, das sowohl die einzelne Person als auch das Team fördert – und gleichzeitig das Unternehmen wirtschaftsfähig und erfolgreich hält. 

Führung 4.0 und Industrie 4.0

Das Wort „Führung 4.0“ an sich leitet sich von der Industrie 4.0 ab – dem Namen für die vierte industrielle Revolution in Europa. Sie begann Ende der 1990 Jahre und dauert bis heute an. Kernelement dieser Revolution ist die Digitalisierung.

Sie bringt eine Vielzahl von gravierenden Veränderungen mit sich:

  • Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen
  • Vernetzung von Mensch und Maschine (Und Maschine zu Maschine)
  • Autonome Systeme wie künstliche Intelligenz

Was bedeutet Industrie 4.0 für die Arbeitswelt?

Die starken Veränderungen, die die Industrie 4.0 mit sich bringt, beeinflussen die Arbeitswelt massiv. 

Einerseits bietet die zunehmende Technologie mehr Raum für Freiheit – Mitarbeiter erhalten mehr Autonomie und Flexibilität. Gleichzeitig werde einfache Aufgaben von Maschinen übernommen, Arbeitsplätze fallen weg.

Was Unternehmen stattdessen brauchen, sind hochspezialisierte Mitarbeiter – und die wiederum haben hohe Ansprüche an ihren Arbeitgeber.

Permanente Veränderung und komplexe Herausforderungen sind also unvermeidlicher Teil der modernen Arbeitswelt. Die Digitalisierung, agile Arbeitsmodelle, vielfältige Teamstrukturen und Projektarbeit bestimmen heute den geschäftlichen Alltag. 

Wir leben in einer sogenannten VUCA-World. Sie wird bestimmt von:

  • Volatility (Volatilität)

  • Uncertainty (Unsicherheit)

  • Complexity (Komplexität)

  • Ambiguity (Mehrdeutigkeit)

Was heißt das für die Arbeitswelt? 

Wir befinden uns nicht nur in einem ständigen Wandel – Unternehmen müssen sich auch möglichst schnell an diesen Wandel anpassen. Was es dafür braucht, ist vor allem Flexibilität. Starre Konstrukte wie veraltete Führungsstile haben deshalb an unserem modernen Arbeitsplatz keinen Raum.

Dazu kommt: Der internationale Wettbewerb verschärft sich. Digitale Transformation, neue Trends und Technologien verlangen Flexibilität und Agilität von Unternehmen und Führungskräften. Möchte eine Firma auch weiterhin wettbewerbsfähig bleiben, braucht sie vor allem eines: Gute Führung. 

Braucht es Führungskräfte überhaupt noch?

In Zeiten von KI und autonomen Technologien kommt schnell die Frage auf: Braucht es die menschliche Führungskraft überhaupt noch? Klar ist: Die Führungsaufgabe wird sich verändern.

Vor allem kleine Aufgaben werden zukünftig von Technologien übernommen. Doch noch befinden wir uns in einer Anfangsphase: Wir beginnen, mit den modernen Technologien zusammenzuarbeiten.

Was es braucht, um diese Kooperation auch wirklich erfolgreich zu gestalten, ist eine kompetente Führungskraft. Gleichzeitig bleiben menschliche Eigenschaften wie emotionale Intelligenz, Werte oder Visionen auch weiterhin unverzichtbar. 

Führung 4.0 soll also den Spagat zwischen Mensch und Technik schaffen.

Was zeichnet Führung 4.0 aus?

Der neue Führungsstil 4.0 unterscheidet sich vor allem durch eines von alten Konzepten: Mehr Autonomie und Flexibilität.

Und das kommt nicht von irgendwo: Schon lange wünschen sich Arbeitnehmer mehr Entscheidungsfreiheit und Vertrauen. Mit der modernen Führung soll das klappen. 

Damit verbunden ist, dass der Arbeitsplatz, wo möglich, frei gewählt werden kann. Homeoffice und Remote Work gehören längst zum Repertoire der modernen Arbeit. 

Weil so die direkte Kontrolle über die Mitarbeiter nicht mehr möglich ist – und auch nicht mehr zum Konzept der Leadership 4.0 passt, wandelt sich die Rolle der Führungskräfte. Anstatt kontrollierend wirken sie jetzt vor allem motivierend und leitend. 

Vor allem der Aufbau von persönlichen Beziehungen wird durch das technologische Zeitalter immer mehr erschwert. Verstreute Arbeitsplätze und -zeiten machen es noch schwieriger, sich offline zu vernetzen. Die moderne Führung soll dabei unterstützen – und gleichzeitig vermeiden, dass die Always-On-Mentalität sich negativ auf die Mitarbeiter auswirkt. 

Nicht zuletzt spielt auch die Work-Life-Balance und die Gesundheit der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens. Moderne Führung soll die individuellen Bedürfnisse der Teammitglieder beachten und auch für Aus- und Ruhezeiten sorgen. 

Nur, wenn all diese Faktoren berücksichtigt werden, kann Leadership 4.0 auch wirklich eine positive Transformation in Unternehmen anstoßen. Nichtsdestotrotz braucht der Wandel Zeit – und Führungskräfte, die die wichtigsten Eigenschaften erfüllen. 

Welche Eigenschaften muss die Führungskraft 4.0 mitbringen?

Die moderne Führungskraft braucht einige, ganz spezifische Kompetenzen. Doch keine Sorge: Viele dieser Eigenschaften können entwickelt werden. 

  1. Führungsrollen flexibel wechseln können: Chef, Mentor und Coach – wer heute führen will, muss jederzeit zwischen den drei Rollen wechseln können. Je nachdem, welche Führungspersönlichkeit gerade gebraucht wird. 

  2. Beziehungen fördern können: Ein hohen Maß an Empathie und ehrliches Interessen an den Teammitgliedern ist für Leader heute unverzichtbar. Wertschätzendes Verhalten und regelmäßiger Austausch sind die Grundpfeiler der erfolgreichen Führung. 

  3. Orientierung und Sicherheit: Arbeitnehmer leiden unter der unsicheren Arbeitswelt. Wie sicher ist der eigene Arbeitsplatz? Wie steht es um das Unternehmen? Frage, die sich nicht immer leicht beantworten lassen. Moderne Führungspersönlichkeiten kümmern sich um diese Bedenken – und kommunizieren diesbezüglich immer offen. 

  4. Augenhöhe statt starre Hierarchie: Leader 4.0 teilen ihr Wissen und sind außerdem offen für Neues. Sie hinterfragen sich selbst und sind stets offen für Feedback.

  5. Coachen und unterstützen: Moderne Leader sind nicht mehr nur Chefs, sondern auch die Coaches ihrer Mitarbeiter. Sie stärken das Wir-Gefühl ihres Teams, gehen auf individuelle Bedürfnisse ein und fördern die Entwicklung ihrer Mitarbeiter. 

  6. Führung auf Distanz: Leader müssen ihren Mitarbeitenden eigenverantwortliches Arbeiten ermöglichen und Freiräume schaffen. Micromanaging ist beim Thema Führung heute fehl am Platz – Delegieren unersetzlich. Leader 4.0 können Aufgaben abgeben, ohne am Ende ihre Führungsrolle zu verlieren.Sie führt ihr Team mit gemeinsamen Zielen, nicht mit ständiger Kontrolle. 

  7. Klare Werte und Authentizität: Führungskräfte kommunizieren ihre Werte klar, beziehen Position und sind sich ihrer Stärken bewusst. Ein großer Vorteil – denn vor allem jungen Arbeitnehmern sind die Werte eines Unternehmens besonders wichtig. Führungskräfte tragen die Unternehmenswerte nach außen. Diese Authentizität schafft Vertrauen – einen Grundstein kompetenter Führung. 

  8. Neue Technologien erkennen und etablieren: Digitale Prozesse und Tools können nicht nur Führungsaufgaben, sondern auch den Arbeitsalltag erleichtern. Führungskräfte von morgen erkennen und etablieren moderne Technologien. 

  9. Netzwerke und Kooperationen fördern: Moderne Leader unterstützen ihr Team dabei, sich untereinander und mit Außenstehenden zu vernetzen. Sie schaffen Plattformen, die Weiterentwicklung fördern.

  10. Fehler akzeptieren: In unserer schnelllebigen Zeit bleibt oftmals kein Raum, um ein Produkt bis zur Perfektion zu optimieren, bevor es auf den Markt kommt. Fehler sind deshalb unvermeidbar – und mitunter auch ein wertvoller Meilenstein. Moderne Leader bestrafen Fehler nicht – sie ermutigen ihr Team, neue Wege einzuschlagen. Auch, wenn das bedeutet, Fehler zu machen. 

  11. Work-Life-Balance ermöglichen: Flexible Arbeitszeitmodelle und Maßnahmen für die Mitarbeitergesundheit gehören ebenso zum modernen Führungsstil. Arbeit 4.0 bedeutet eben auch Ausgleich zum Berufsalltag.

Die Vorteile der Leadership 4.0

  • Mehr Innovation: Technologie und Markt wandeln sich täglich. Der moderne Führungsstil sorgt dafür, dass Innovation in Ihrem Unternehmen nicht stillsteht. 

  • Mehr Flexibilität: Wer auch in unserer unsicheren, sich stetig verändernden Welt wettbewerbsfähig bleiben möchte, muss flexibel bleiben. Führung 4.0 kann genau das: Sie macht Leader agil und anpassungsfähig. 

  • Mehr Mitarbeiterbindung: Gute Fachkräfte zu finden ist heutzutage schwer genug – sie auch langfristig zu halten die Königsdisziplin. Empowerment und Selbstständigkeit sorgen dafür, dass Ihre Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen – und bleiben. 

  • Mehr Ressourcennutzung: Remote Work ist heutzutage allgegenwärtig. Die bessere interne und externe Kommunikation durch Führung 4.0 sorgt dafür, dass Ihre Ressourcen effektiv genutzt werden.

  • Mehr Arbeitgeberattraktivität: Moderne Führung ist anziehend – vor allem für junge Talente. Der Führungsstil sorgt dafür, dass die Arbeitgeberattraktivität Ihres Unternehmens steigt. 

  • Mehr Kundenorientierung: Auch den Bedürfnisse und Ansprüche Ihrer Kunden werden Sie durch moderne Führungsstile besser gerecht. Das Ergebnis: Zufriedene Kunden und eine starke Kundenbindung. 

Die Herausforderungen der Führung 4.0 

  • Probleme mit Veränderung: Fast immer stößt Veränderung auch auf Widerstand. Hier braucht es Geduld und Überzeugungsarbeit auf Seiten der Leader. 

  • Kompetenzen erweitern: Kaum ein Leader hat von Anfang an alle nötigen Kompetenzen, die es für Leadership 4.0 braucht. Sie müssen sich weiterbilden und jederzeit offen für Neues sein. 

  • Komplexe Technologie: Die sich ständig weiterentwickelnde Welt der Technologie kann überfordern. Gleichzeitig stellen sich mit jedem neuen Tool auch Fragen hinsichtlich der Schulung und des Datenschutzes. 

  • Unternehmenskultur: Wenn Unternehmen einen Schritt in Richtung Zukunft machen möchten, muss sich zwangsläufig auch die Unternehmenskultur ändern. Ein Weg, der nicht immer einfach ist. 

  • Kommunikation: Vor allem in remote Arbeitenden Teams kann klare Kommunikation in Zeiten der Veränderung zu Schwierigkeiten führen. Leader müssen sich hier um Transparenz und Klarheit bemühen.

Wie kann Leadership 4.0 umgesetzt werden? 

  1. Kommunikation verbessern: Nutzen Sie moderne Kommunikationstools , um eine offene und transparente Kommunikationskultur im Unternehmen zu fördern. Regelmäßige virtuelle Meetings und Updates verbessern den Informationsaustausch stärken und die Mitarbeiterbindung.

  2. Flexibilität und Agilität durchsetzen: Ermöglichen Sie ihren Mitarbeitern Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung und der Wahl des Arbeitsortes, soweit umsetzbar. Das steigert das Engagement und die Zufriedenheit.

  3. Selbstorganisation und Eigenverantwortung fördern: Geben Sie Ihren Mitarbeitern mehr Autonomie und Eigenverantwortung. Das fördert nicht nur das Engagement, sondern auch das Potential von Innovation. 

  4. Diversität und Inklusion unterstützen: Führung 4.0 bedeutet auch, eine vielfältige und inklusive Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sich alle Mitarbeiter willkommen und respektiert fühlen. Setzen Sie sich aktiv für die Förderung von Vielfalt und Inklusion ein, zum Beispiel durch gezielte Recruiting-Maßnahmen und Diversity-Schulungen.

  5. Führungskräfteentwicklung und lebenslanges Lernen: Die Führungskräfte von morgen müssen sich kontinuierlich weiterentwickeln, um mit den sich ständig ändernden Anforderungen Schritt zu halten. Investieren Sie daher in die Führungskräfteentwicklung und bieten Sie regelmäßige Schulungen und Weiterbildungsprogramme an.

  6. Feedbackkultur etablieren: Eine offene Feedbackkultur ist entscheidend für den Erfolg von Führung 4.0. Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitern regelmäßig konstruktives Feedback geben und auch selbst Feedback annehmen können. 

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