Junge Führung: Warum die junge Generation keine Führungsposition annehmen möchte – und was junge Chefs verändern können

Immer weniger junge Menschen möchten in einer Führungsposition arbeiten – dabei bietet junge Führung viele Vorteile. Was können Unternehmen machen, um Generation Z und Y für die Chefetage zu begeistern? Wie können “alte” Führungskräfte die “jungen” inspirieren? Und vor allem: Wie können beide voneinander profitieren?

Inhaltsverzeichnis

Warum die junge Generation nicht Chef sein möchte

Der Nachwuchs der Arbeitswelt strebt immer seltener die Führungsetage an: Nur etwa 40% der Männer und 30% der Frauen möchten irgendwann mal auf den Chefsessel – das ergab eine Umfrage im Auftrag der “Initiative Chefsache”.Doch woran liegt das?

Generationsunterschiede in der Arbeitswelt

Die Generation der Millennials und ihre Nachfolger sind in einer völlig anderen Welt groß geworden als ihre Eltern. Sie haben miterlebt, welche Auswirkungen Technologie, Globalisierung und wirtschaftliche Instabilität auf ihr Leben haben – und sind deshalb deutlich skeptischer als ältere Generationen. Auch deshalb haben sich ihre Werte gewandelt: Flexibilität, Autonomie und Work-Life-Balance sind der jungen Generation wichtiger denn je. 

Traditionelle Führungskonzepte

Durch diesen Wertewandel arbeiten junge Menschen weniger gern in “klassischen” Führungskonzepten. Strenge Hierarchien, Autorität und eingeschränkte kreative Freiheit entsprechen nicht mehr dem idealen Arbeitsumfeld. Vielmehr setzen junge Führungskräfte auf individuelle Prozessbegleitung, sie möchten keine Lösungen vorschreiben, sondern Orientierung geben. Das steht im Konflikt mit dem “alten” Führungsbild: Autorität, Durchsetzungsfähigkeit und wenig Raum für Anpassung entsprechen nicht mehr dem modernen Führungsanspruch. 

Unsicherheiten und fehlende Vorbilder

Der schnelle Wandel der Arbeitswelt hat einen entscheidenden Einfluss auf junge Führungskräfte: Denn einerseits ist ihr Bild von Führung in großen Teilen negativ, andererseits fehlen ihnen die nötigen Vorbilder für neue Führungsstile. Das Problem: Ohne Vorbilder fällt auch das eigene Selbstbewusstsein, Neuerungen oder Visionen durchzusetzen, geringer aus. Außerdem festigt sich so oft das Bild, dass Führungspositionen vor allem älteren, erfahrenen Kollegen vorbehalten sind. 

Junge Führungskräfte und ihre Herausforderungen

Führen an sich ist keine einfache Aufgabe. Auf die jungen Generationen kommen aber noch weitere Schwierigkeiten hinzu. Die Kombination daraus sorgt dafür, dass Führungspositionen für viele Nachwuchskräfte wenig attraktiv wirken. 

Erwartungen und Vorurteile 

Gerade in Deutschland herrscht noch immer das Bild der klassischen Karriereleiter. Das Problem dabei: Junge Führungskräfte werden nicht selten belächelt. Die “Jungen” sollen sich erstmal hinten anstellen, sich ihre “Sporen” verdienen. Neue Ideen oder Meinungen zu bestehenden Führungskonzepten sind da nicht gerne gesehen. Dazu kommt ein vorwiegend deutsches Phänomen: Viele Mitarbeiter bevorzugen einen Vorgesetzten, der älter ist als sie selbst. Dabei ist Führungskompetenz keine Frage des Alters. 

Mentale Belastungen

Mit diesen Schwierigkeiten umzugehen ist dann nur noch eine zusätzliche Belastung zu den Hürden der Führungsposition. Denn junge Chefs müssen Konflikte mit alteingesessenen Mitarbeitern aushalten, ihre Abteilung in der modernen Arbeitswelt navigieren. Dazu kommt: Mit einer Führungsposition geht meist mehr Arbeitsaufwand und damit auch mehr Stress einher. Immer weniger junge Menschen haben darauf Lust. 

Was junge Chefs verändern können

Veränderung fällt schwer. Insbesondere, wenn sie völlig konträr zu alten Glaubenssätzen ausfällt. Trotzdem bietet junge Führung wertvolle Chancen für Unternehmen und ihre Mitarbeiter – wenn man sie zulässt.

Neue Führungskonzepte

Weniger Autorität, keine strengen Hierarchien: Die junge Generation bringt moderne, neue Führungskonzepte mit in ihr Unternehmen und hinterfragt alte Prozesse. Teamarbeit und Delegation sind ihr besonders wichtig, alle Mitarbeiter nehmen eine wichtige Rolle ein und werden ernst genommen. Außerdem: Durch ihre Offenheit für Innovationen und ihr Verständnis für moderne Technologien können junge Führungskräfte das Unternehmen dabei unterstützen, sich an den schnelllebigen Geschäftsalltag anzupassen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Positive Unternehmenskultur

Gerade weil jungen Führungskräften ein angenehmes Arbeitsumfeld so wichtig ist, bemühen sie sich um ein unterstützendes und kollaboratives Umfeld. Mitarbeiter sollen ihr volles Potential entfalten können, Wertschätzung und Anerkennung haben einen besonders hohen Stellenwert. Durch ihr Engagement für Teamwork und Inklusion schaffen sie ein Arbeitsklima, das Kreativität, Innovation und eine starke Mitarbeiterbindung fördert. 

Vertrauen und Kommunikation

Offene Kommunikation, transparente Entscheidungsprozesse und ehrliches Feedback nehmen bei jungen Chefs in der Regel eine wichtige Rolle ein. Sie setzen auf regelmäßigen Austausch mit ihren Teammitgliedern und sind häufig deutlich zugänglicher als ihre Vorgänger. Das fördert nicht nur das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Führungsebene, sondern ermöglicht auch einen kontinuierlichen Informationsfluss und eine effektive Zusammenarbeit. 

Was Unternehmen tun können

Junge Führungskräfte werden also nicht nur dringend gebraucht, sie können auch viel Positives bewirken. Aber wie können Unternehmen junge Menschen für den Chefsessel begeistern? 

  1. Chefrolle neu definieren: Gemeinsam mit dem Mitarbeiter herausfinden, was ihnen bei den Rahmenbedingungen ihrer Arbeit wichtig ist – und sie bei ihren Karriereplänen unterstützen, beispielsweise mit individuellen Paketen. Wer auch in einer Führungsposition Arbeit und Alltag vereinen kann, der entscheidet sich viel häufiger für die angebotene Position.

  2. Flache Hierarchien: Flache Hierarchien und Führung schließen sich nicht mehr aus. Ganz im Gegenteil: Begegnen sich alle Mitarbeiter aller Positionen auf Augenhöhe und arbeiten zusammen, verbessert das nicht nur das Betriebsklima, sondern auch die Arbeit selbst.

  3. Chef als Sparringspartner: Anstatt Prozesse und Abläufe starr von oben nach unten durchzugeben, haben Führungskräfte heute eher die Rolle eines Sparringpartners Aufgaben werden auf mehrere Schultern verteilt, Teamwork hat einen großen Stellenwert.

  4. Strategisch und operativ: Anstatt einer Person – der Führungskraft – nahezu alle Aufgaben aufzubürden, können sie auch auf Berufs- oder Quereinsteiger verteilt werden. Das Bild der Führungskraft, die am Ende des Tages noch stundenlang allein im Büro sitzt, verändert sich dadurch. Junge Chefs arbeiten so nicht nur strategisch, sondern auch operativ.

  5. Dezentrale Führung: Arbeiten vom Home-Office oder vom Urlaubsort aus – ganz im Workation-Stil. Moderne Führung will Teams zeitlich und räumlich flexibel leiten. Dafür muss aber auch eines stimmen: Das Mindset der Führungskraft und der Mitarbeiter. 

  6. Freiräume schaffen: Verschiedene Abteilungen zusammenbringen, Synergien schaffen und Platz lassen für Innovation und Neues – gelingt das einem Unternehmen, entsteht ein völlig neues Arbeitsklima. 

  7. Führung in Teilzeit: Eltern sein und gleichzeitig ein Team leiten – das kann funktionieren, wenn Unternehmen flexibel und vertrauensvoll an ihre Mitarbeiter herantreten und diese eigenverantwortlich handeln.

  8. Weiterentwicklungsangebote: Persönliche und fachliche Optionen zur Weiterbildung, angepasst an die jeweilige Zielgruppe – gerade für junge Menschen ist das besonders attraktiv. 

triangility: Jung führen, kompetent führen

Junge Führung verspricht viel mehr, als man auf den ersten Blick glauben möchte. Gerade deshalb lohnt es sich, in junge Führungskräfte zu investieren. Wir bei triangility helfen mit persönlichen Beratungen, Workshops und Seminaren jungen Chefs auf dem Weg zur modernen Führung. Persönlich, kompetent und so individuell wie sie selbst. 

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